36 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Sängers Victor Jara während des Putsches von General Pinochet wird unter Umständen sein Fall wieder aufgerollt. Das ist einerseits der Hartnäckigkeit seiner Witwe Joan Jara zu verdanken, die während fast vier Jahrzehnten nie aufgehört hat, die Aufklärung des Todes ihres Mannes zu fordern und andererseits einem Wandel des Klimas innerhalb des chilenischen Militärs.

Nicht nur Mitgefangene, die damals zusammen mit Jara im Estadio Nacional gefangen gehalten wurden, sondern auch einige der Soldaten, die die Gefangenen bewachten, haben sich jetzt zu Wort gemeldet. Im Juni diesen Jahres wurde der Körper von Jara exhumiert und eine Autopsie vorgenommen. Während einer ersten Autopsie direkt nach seinem Tod waren 44 Einschusslöcher festgestellt worden, heute sind nach mehr als 30 davon nachweisbar. Außerdem haben die Gerichtsmediziner festgestellt, das der Sänger vor seinem Tod wohl mit einem stumpfen Gegenstand geschlagen und gefoltert wurde – die Legende, dass man ihm die Hände, die er ja zum Gitarre-spielen brauchte, gebrochen oder sogar abgehackt habe, hat sich allerdings als unwahr herausgestellt.

Ob sich allerdings noch feststellen lässt, wer damals den Finger am Abzug hatte, ist ungewiss, das Gentlement-Agreement, das den Mördern und Mitwissern Schweigen auferlegt, ist bis heute wirksam. Der einzige Militärangehörige, der bisher ausgesagt und Namen genannt hat, José Paredes, hat seine Aussage zurückgezogen und behauptet, sie sei unter Druck zustande gekommen…

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