Chile ist mitten im Wahlkampf und der konservative Präsidentschaftskandidat Sebastián Piñera will den Wechsel, so sein Slogan. Mit einem seiner Wahlspots hat er sich heftigen Ärger eingehandelt und zwar in den eigenen Reihen. Der Spot zeigt Piñera mit Vertretern von Benachteiligten Minderheiten: mit Behinderten, Mapuche, Kindern, Armen… So weit so gut. Aber für einige Sekunden tauchen auch zwei händchenhaltende Männer an Piñeras Seite auf, und das war deutlich zu viel für viele seiner Koalitionsgenossen. Sie drohten damit, seine Kampagne nicht weiter zu unterstützen.
Wie weit Piñera tatsächlich etwas für die chilenischen Homosexuellen bewirken kann und will, bleibt abzuwarten. Aber der Spot ist vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung. Homosexuelle werden in Chile noch lange nicht als ganz normale Mitbürger akzeptiert, und immerhin hat Piñera mit diesem Spot einigen Mut bewiesen, auch wenn er natürlich mit einem Auge auf Stimmen der chilenischen Schwulen und Lesben schielt.
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