
Kilometerdicke Eisdecken, rasende Stürme und Einsamkeit: Die Antarktis ist in einer Welt, die bis in ihren letzten Winkel pauschal bereist werden kann, für viele Menschen eine der letzten unentdeckten Regionen. Natürlich kann man längst auch die Antarktis organisiert bereisen, es ist sogar praktisch die einzige Möglichkeit, in diese extremen Regionen vorzudringen.
Aber muss man das wirklich? Fernsehreportagen über die Antarktis zeigen atemberaubende Bilder einer großartigen Natur und schüren so die Sehnsucht, diesen Ort hautnah in all seiner Unberührtheit zu erleben. Und dann ist da natürlich der thrill, dorthin zu fahren, wo bisher noch kaum jemand war.
Das ist allerdings ein Trugschluss. Die Isla Barrienta als eine der am einfachsten zugänglichen Inseln des antarktischen Kontinents besuchen inzwischen jedes Jahr 7.000 Touristen., insgesamt kommen 20.000 Besucher, Tendenz steigend. Auf der Isla Barrienta registrieren Biologen die gravierensten Schäden an der fragilen Pflanzendecke, die hauptsächlich aus Flechten und Moosen besteht. Aber das ist nur eine der am ehesten sichtbaren Auswirkungen des Antarktis-Tourismus, andere kritische Punkte:
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die extrem lange Anreise, die in der Regel neben der Schiffsreise (und den damit verbundenen CO2 – Emissionen) auch einen (Transatlantik-) Flug beinhaltet, führ6t zu einer im Vergleich zu anderen Reisen extrem hohen CO2-Belastung
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nur kleinere Schiffe können den Müll, den die Antarktis-Touristen verursachen, wieder mitnehmen und an Land sachgerecht entsorgen. Große Kreuzfahrtschiffe mit 500 Passagieren an Bord werfen pro Reise bis zu 1.000 Tonnen Abfall einfach über Bord
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Neben der Vegetation wird auch die Tierwelt durch die Besucher gestört. Ein Beispiel: Seeelefanten, die auf der Isla Yankee-Bay ihre Ruheperioden verbringen, werden immer wieder von Touristengruppen aufgescheucht und verbrauchen dadurch unnötig Energie.
Weil der Antarkis-Tourismus floriert und das Ziel auch für „Normaltouristen“ immer interessanter wird, gibt es sogar Pläne, eine Hotelanlage auf der Isla Decepción zu bauen, dazu kämen befestigte Strassen und eine Landebahn. Ein Postamt samt angeschlossenem Souvenir-Shop gibt es schon in der Bahia Neko auf dem antarktischen Kontinent.
Die Bundesregierung lehnt diese Entwicklung ab und hat sich gegen eine Ausdehnung der touristischen Infrastruktur in der Antarktis ausgesprochen. Aber hier ist meiner Meinung nach jeder Einzelne gefragt. Bevor man eine Reise in die Antarktis bucht, sollte man sich zumindest eingehend mit den Folgen für die Umwelt auseinandersetzen (z.B. hier oder hier) und sich darüber informieren, wie man als Tourist am wenigsten negative Folgen verursacht.
Foto: stock.xcng.: andyrice
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