35 Jahre nach dem Putsch, der die Diktatur in Chile einläutete, ist der Chef des ehemaligen chilenischen Geheimdienstes DINA erneut verurteilt worden. Der Richter Alejandro Solís verurteilte den General a.D. Manuel Contreras wegen der Entführung des Sozialisten José Orellana im Jahr 1974 zu 15 Jahren Gefängnis. Orellana wurde im Januar 1974 auf den Militärstützpunkt Tejas Verdes verschleppt, dort verliert sich seine Spur: er bleibt einer der Tausenden Verschwundenen der Militärdiktatur.

Der Schuldspruch ist nur eine weitere Verurteilung Contreras. Er ist als Geheimdienstchef verantwortlich für das Verschwinden zahlreicher Personen und unter anderem auch für den Mord an Allendes Armeechef Carlos Prats und seiner Frau Sofía Cuthbert in Buenos Aires 1974.

Der Richter Alejandro Solís arbeitet an der Aufklärung der Verbrechen der Militärdiktatur, eine mühsame und nur bedingt erfolgreiche Aufgabe, wie er sagt.

Amnesty International bescheinigt Chile in ihrem neuesten Bericht große Fortschritte bei der Einhaltung der Menschenrechte, sieht aber vor allem bei der Beachtung der Rechte der indigenen Bevölkerung Defizite.

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