Der neue chilenische Präsident Sebastián Piñera hat 2005 im Süden der Insel Chiloé mehr als 1000 Quadratkilometer fast jungfräuliche Wildnis gekauft und sie zum Naturschutzgebiet gemacht. Der Parque Tantauco, der nur per Boot von Quellón aus zugänglich ist, umfasst das südwestliche Ende von Chiloé und ist inzwischen durch ein 150 km langes Netz von Wanderwegen erschlossen. Alle sechs Stunden findet man ein Refugio, junge Leute aus der Gegend arbeiten als Wanderführer.

Der Vorbesitzer dieses Filetstücks Chiloés war Jeremiah Henderson, ein Unternehmer der Holzbranche aus den USA, der die Wälder dort bewirtschaften wollte. Als er merkte, dass es auch in Chile inzwischen über eine strengere Gesetzgebung zum Naturschutz gibt und außerdem der Untergrund des Landes, das er gekauft hatte, in weiten Teilen sumpfig war, was eine rationelle Ausbeutung des Waldes praktisch unmöglich macht, hatte er den Kaufpreis schon bezahlt.

Sein Engagement im Süden Chiloés stellte sich als Fehlinvestition heraus, und so warf er das Land wieder auf den Markt. Den Milliardär Sebastián Piñera dürften sie sechs Millionen Dollar, die er für den Südzipfel Chiloés bezahlte, nicht allzu sehr geschmerzt haben. Er machte aus dem Park ein grünes Vorzeigeprojekt, das kam im Wahlkampf gut an. Außer Frage aber steht, dass er dem Naturschutz mit der Einrichtung des Parks einen großen Dienst erwiesen hat – und die wirtschaftlich gebeutelte Insel Chiloé hat einen Anziehungspunkt mehr.

Wer mehr Informationen zum Parque Tantauco sucht (und Spanisch spricht), kann die umfangreiche offizielle Seite des Parks besuchen: www.parquetantauco.cl

In der Zeit ist ein lesenswerter Artikel zum Parque Tatauco erschienen: Der große Garten des Präsidenten

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